Wege zum Miteinander (Dezember 2016)

Die interreligiöse Atmosphäre ist zur Zeit sehr angegriffen und sehr konfliktbeladen. Denn, wo Menschen unterschiedlicher politischer, religiöser oder ethnischer Zugehörigkeit zusammenleben, entstehen Konflikte. Diese Konflikte werden je nach Interessenlage und gesellschaftlichen Diskurs häufig dramatisiert und politisiert. Wir, die gläubigen Menschen in der Gesellschaft, fühlen uns von diesen Diskursen belastet, sie werfen einen einen dunkeln Schatten auf unser Alltagsleben und auf den Umgang miteinander. Wenn wir aber Wege finden und diese ausprobieren, um zueinander zu finden, können diese Konflikte als treibende Kräfte wirken, die uns selbst in unserer Selbstentwicklung vorantreiben. Die Fähigkeit, Konflikte zu lösen und Brücken zu bauen, schafft mehr Menschlichkeit und damit mehr Lebensqualität für alle. Und genau das wollen wir mit userem Projekt „Wege zum Miteinander“ erreichen. An dem Projekt sind gläubige christliche wie gläubige muslimische Bürger*innen beteiligt.

Zusammen wollen wir Begegnung schaffen. Wir wollen unabhängig von der eigenen Religionsgemeinschaft, die Spiritualität des Gegenübers erleben, Orte der Ruhe und des Demuts aufsuchen. Wir wollen aber auch mit konkreten Mitgliedern verschiedener Religionsgemeinschaften in Dialog treten, Fragen stellen, gewaltfrei kommunizieren und Grundlagen für einen langfristigen Austausch legen.

Konkret möchten durch interreligiöse Workshops und Kirchen- und Moscheebesuche die Orte aufsuchen, in den der Glaube gelebt wird. Spritualität, die sich aus den Religionen schöpft, ist eine enorme Kraftquelle im Alltag und in schweren Zeiten. Sie ist auch ein wichtiger Bindeglied zwischen den Religionen. Wir wollen sowohl rational als auch spirituell Wege des Miteinanders schaffen. Wir sind ein wenig gehörter Teil der Gesellschaft. Es wird viel über uns geredet und wenig mit uns. Häufig werden radikale Stimmen in populäre Talkrunden eingeladen und diese erhalten die Funktion von angeblichen Kronzeug*innen. Aber mit diesen und ähnlichen Projekten wollen wir vom Interzentrum e.V. eindeutig sagen: Nicht in unserem Namen! Wir sehen die Pluralität in unserer Gesellschaft als eine große gesellschaftliche Ressource an und treten für eine Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit ein. Um für diese Ziele eine breitete Basis zu gewinnen, führen wir Lehrveranstaltungen, interreligiöse Standrundfahrten und Workshops an.
Dieses Projekt wird durch das Programm „Weisst du, wer ich bin?“ der drei großen Religionen unterstützt. Vielen Dank dafür.
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